Eine Wärmepumpe nutzt Umgebungswärme aus Luft, Erde oder Grundwasser, um Heizwärme und Warmwasser zu erzeugen. Diese Nutzung erneuerbarer Energiequellen allein macht ein System jedoch nicht automatisch klimafreundlich. Entscheidend ist, wie viel Strom die Anlage benötigt und wie dieser Strom erzeugt wird. Je mehr Strom aus erneuerbaren Energien stammt und je effizienter die Wärmepumpe arbeitet, desto geringer sind die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu fossilen Heizsystemen.
Jahresarbeitszahl (JAZ) und Leistungszahl (COP)
Zentrale Effizienzkennzahlen sind:
- Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Eine höhere JAZ bedeutet bessere Effizienz. Werte ab etwa 3 gelten derzeit als effizient, bei 4 oder höher ist die Anlage besonders sparsam.
- Leistungszahl (COP): Diese Zahl beschreibt die Effizienz unter definierten Testbedingungen, ist aber weniger aussagekräftig für den Jahresbetrieb als die JAZ. Effizienzangaben der Hersteller beruhen häufig auf Laborwerten; in der Praxis kann die tatsächliche Effizienz davon abweichen. Eine individuelle Planung und Auswahl der passenden Wärmequelle ist daher wichtig, um eine hohe JAZ zu erreichen.
Einfluss der Wärmequelle
Die Wahl der Wärmequelle beeinflusst die Effizienz stark:
Grundwasserwärmepumpen gelten als am effizientesten.
Erdwärmepumpen folgen dicht dahinter.
Luftwärmepumpen weisen theoretisch die geringste Effizienz auf, da die Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und Heizbedarf im Winter größer ist. Neben diesen klassischen Quellen gibt es auch alternative Wärmequellen (z. B. Photovoltaikthermische Systeme oder Eisspeicher), die in speziellen Fällen interessant sein können, aber bisher seltener zum Einsatz kommen.
Kältemittel und Umweltwirkung
Das in der Wärmepumpe verwendete Kältemittel spielt eine Rolle für die Umweltbilanz. Viele traditionelle Kältemittel haben ein sehr hohes Treibhauspotenzial (GWP). Moderne Anlagen nutzen zunehmend Stoffe mit niedrigem GWP, etwa natürliche Alternativen wie Propan. Die Wahl eines solchen umweltfreundlichen Kältemittels reduziert den Einfluss der Anlage auf den Treibhauseffekt zusätzlich.
Strommix und eigene Stromerzeugung
Da der Betrieb der Wärmepumpe Strom benötigt, verbessert sich die Klimabilanz, wenn dieser Strom aus Ökostrom-Tarifen oder eigener Photovoltaik stammt. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix ist, desto klimafreundlicher arbeitet die Wärmepumpe insgesamt.
Praxisanforderungen und optimale Bedingungen
Damit eine Wärmepumpe effizient und umweltfreundlich arbeitet, sind mehrere Faktoren entscheidend:
- Optimale Anlagendimensionierung und sorgfältige Planung vor dem Einbau.
- Gebäudeeigenschaften: Gut gedämmte Gebäude mit niedrigen Heizwassertemperaturen (z. B. Fußbodenheizungen) unterstützen hohe Effizienzwerte.
- Regelung und Betrieb: Fachmännische Einstellung und Überwachung der Anlage können die Effizienz erhöhen.
- Wärmepumpen haben das Potenzial, eine klimafreundliche Heizlösung zu sein – deutlich besser als fossile Heizungen –, wenn sie effizient arbeiten, mit sauberem Strom betrieben werden und sorgfältig auf das Gebäude abgestimmt sind. Die ökologische Wirkung hängt stark von der individuellen Installation, dem Strommix und der Nutzung von erneuerbaren Energien ab.
Quelle: Verbraucherzentrale.de